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Kurzmeldungen

Im De Young Museum in San Francisco/USA schweben die Planeten

Das Ende 2005 eröffnete De Young Museum im Golden Gate Park beherbergt auf einer Ausstellungsfläche von etwa 8.000 Quadratmetern eine der wichtigsten und umfangreichsten Kunstsammlungen im Westen der Vereinigten Staaten. Die Kupferfassade mit ihren wechselnden konvexen und konkaven Prägemustern stellt eine Art Seismograph dar, der wie eine Wasserfläche den Wechsel des Tageslichts und der Jahreszeiten aufzeichnen und weitergeben kann. Die Kupferbekleidung wurde bewusst wegen der Veränderungen der Oberfläche im Verlauf des Oxidationsprozesses gewählt: Durch die natürliche Oxidation werden sich allmählich unvermittelte Schattierungen von Rotbraun, Gold, Blau, Schwarz bis schließlich Grün entwickeln. Der farbliche Eindruck wird sich dabei selbst mit dem Wechsel von Licht und Schatten ständig verändern.
Im Innenraum stellte das Museum auf Grund seiner umfangreichen Kunstsammlung als auch im Hinblick auf die Architektur spezielle Anforderungen an die Lichtplanung. In den Gallerien dringt das Tageslicht durch speziell konzipierte Oberlichter in den Raum ein. Die Räume, wo der Konservator kein Tageslicht zuließ, haben ein eigens entwickeltes System von "Lichtschlitzen" erhalten, das Stromschienen, Notbeleuchtung and Belüftung aufnimmt.Die Anordnung der Schlitze bringt Ordnung in die ungewöhnlich geformt Räumen. Weitere Schlitze bestückt mit Leuchtstofflampen wurden in den öffentlichen Zonen eingesetzt.
Völlig aus der Reihe tanzt die verspielte Beleuchtung des Cafés im Erdgeschoss, welche im kompletten Gegensatz zur Architektur und der übrigen Lichtplanung steht. Wie kleine Planeten sind farbige Lichtobjekte von der Decke abgependelt, die keiner architektonischen Strenge folgen, sondern in Handarbeit geformt wurden. Die Leuchten sind mit Kompakt-Leuchtstofflampen bestückt und sollen der sachlich funktionalen Lichtplanung ein verspieltes Element hinzufügen.

Architekt:
Entwurf: Herzog & de Meuron, Basel/CH
Ausführungsplanung:
Fong & Chan Architects, San Francisco, CA/USA
Lichtdesign: Arup Lighting, London/GB
 

Architekturprojektion: Musterhaus

Vom 22. bis 27. April fand in Frankfurt und einigen weiteren Städten des Rhein-Main Gebietes im Zusammenhang mit der Messe Light & Building die dritte Luminale statt. In der Fülle der insgesamt 165 Projekte avancierte das "Musterhaus" des Künstlerduos Casa Magica trotz seiner dezentralen Lage in Frankfurt-Sachsenhausen zu einem viel beachteten Highlight.
In einem kreativen Missverständnis und Spiel mit der Mehrdeutigkeit des Begriffes "Musterhaus" wurden die Geschmacks- und Theoriekollisionen um zeitgemäße Architektur, um Ornament und Verbrechen (Kampfschrift der anbrechenden Moderne gegen die Dekoration von Hausfassaden von Adolf Loos, Wien 1908), per Architekturprojektion in Szene gesetzt. Ort des Geschehens war ein gemeinhin unerwähnt bleibendes 60er-Jahre Punkthochhaus an architekturhistorisch prominenter Stelle: Am Dreh- und Angelpunkt von Ernst Mays musterhafter Heimatsiedlung, wo einst der Riedhof stand. Die Muster, die Casa Magica für diese Aktion kreierte und speziell auf die Architektur dieses Wohnhauses anpasste, zitierten konkret in Wohnhäusern auffindbare Symbole unterschiedlicher Wohn- und Lebenskultur: Stresemann- Hose, Murano-Luster, Designer-Teesieb, Flügel, Bergschuh. Zur technischen Realisierung kamen zwei Großbildprojektoren des Typs PANI BP 6 GT mit Carousel-Diawechslern, PCS-Blende und 180 mm-Optik zum Einsatz.

Konzept, Gestaltung, Produktion:
Casa Magica – Friedrich Förster, Sabine Weißinger, Tübingen/D
Projektoren-Supplier/Sponsor: PANI Projection & Lighting Vertriebs GmbH, Wien/A
Sonstige Veranstaltungstechnik: Light-Express, Hasselroth/D

Farbenspiel im Star Cinemas City Gate in Thessaloniki/GR

Das Star Cineplex im neuen City Gate Einkaufszentrum in Thessaloniki beinhaltet acht Kinos einschließlich einem Open-Air Kino, einem Hauptfoyer, einer Café-Bar mit 112 Sitzmöglichkeiten in zwei Bereichen und einer VIP-Lounge. Das Design beruht auf dem Konzept einer Kapsel in einer Kapsel. Die Lichtlösung für dieses Projekt basiert auf der kreativen Anwendung farbigen Lichts und sanfter farbwechselnder Effekte. Das Hauptmerkmal ist ein Niedervolt-Kaltkathodensystem, welches aus zwei 18 mm/100 mA Röhren in weinrot und kobaltblau besteht. Die Röhren sind in elliptischen Einsparungen und Kanten in den Decken und Wänden versteckt und werden durch ein Dimmsystem gesteuert, das Farbmischungen ermöglicht und gleichzeitig Energie einspart. Das Ergebnis ist eine Farbpalette, die von blaurot bis magenta reicht. Das System wurde so ausgerichtet, dass eine Farbe nach 25 Sekunden verblasst, bevor eine andere Farbe erscheint. Kaltkathodenlampen wurden ebenfalls verwendet, um die Konturen sowie die Bögen zu hinterleuchten, welche die Lobby umrahmen. Zusätzliche türkise Kaltkathodenlampen wurden angewandt, um eine Säule mit einem rechteckigen Grundriss zu beleuchten. Die Säule wird ebenfalls durch blaue LEDs angestrahlt, die in den Boden eingebaut sind. Das Element wird durch eine "nackte" Wand-/Deckeninstallation ergänzt, die durch verborgene LED-Linien hervorgehoben wird. Die Flexibilität der LED-Leuchtemachte dies möglich, da die Streifen dreidimensional sind.

Architekt: Yaron Frame International Ldt.
Lichtdesign: L+DG lighting consultants, Athen/GR
Photos: Thomas M. Gravanis

 

Lichtstruktur: Feuerwerk der Lichtlinien

Der Ausbau des Hauptsitzes der Mannheimer Versicherung Augustaanlage GmbH in Mannheim/D führte durch den Ankauf des benachbarten Grundstücks zum Bau eines weiteren Gebäudes. Eine zeitlose, hochmoderne Ästhetik kombiniert mit den zwei kosmischen Einflüssen der Energie, Licht und Schatten, führten zu der "Wiedergeburt" des Verwaltungsgebäudes. Das ursprüngliche Gebäude ist ein solides Skulpturgebilde, wohingegen das neue "leuchtende" Gebäude transparent ist und von innen beleuchtet wird. Die doppelte Schale, geprüfte Bausubstanzen und nachhaltige Technologien bieten den maximalen Komfort und niedrige Energiekosten. Licht und Transparenz im direkten Kontrast zum Skulpturgebäude bilden eine Symbiose aus Funktionalität und Form und vervollständigen den kosmischen Energiekreislauf.
Bei Dunkelheit scheinen die stählernen und gläsernen Komponenten des neuen Gebäudes mit dem Licht zu verschwinden, wodurch ein optischer Rhythmus mit den architektonischen Elementen entsteht.
Die neue durch Tageslicht beleuchtete Cafeteria wurde auf der einen Seite als ein zusätzlicher Gebäudeteil in einer geometrischen Form erbaut. Energiesparende, leistungsstarke T5 Leuchtstofflampen wurden weitgehend genutzt, um Kosten einzusparen. Die schmalen Lichtlinien der Cafeteria formen ein Lichtnetz, welches das neue Gebäude mit dem alten verbindet.

Architekt: Murphy/Jahn, Chicago/USA
Lichtdesign: Michael F. Rohde – L-Plan, Berlin/D
Lichtkunst: Yann Kersalé, Vincennes/F
Photo: Dirk Altenkirch